Meine Gedanken zum Ende der Saison:

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Weil auf den Abschied ein Wiedersehen folgt
von Frank Nussbücker

2016-05-12_17.32.26Foto: www.union-foto.de

 

Und wieder ist es soweit: Ein Saisonabschluss steht an, obendrein daheim in unserem Wohnzimmer! Vorm Anpfiff der Abschied von einigen Unionern, insbesondere der von Detlef Schneeweiß – ein Kapitel für sich! Und ja, beim Spiel gegen Freiburg geht es auch um die Fernseh-Gelder – will ich gar nicht leugnen. Aber da ich weder in der kaufmännischen, noch in der sportlichen Leitung unseres Vereins zuhause bin, hab ich zum Abschluss unserer siebten Zweitliga-Saison am Stück (!) noch etwas anderes schwer aufm Herzen.
Für einige von uns beginnt der Abschluss dieser Saison bereits am Freitag. Da nämlich feiern wir, dass ein janz besonders besonderer Eiserner nun schon fünf Jahrzehnte auf dieser Welt ist. Vor jedem Heimspiel unserer Mannschaft beamt uns seine Frontschwein-Stimme aus der „normalen“ Welt nach Hause ins Eiserne Universum – genau in dem Augenblick, wenn wir zusammen mit ihm einstimmen in EISERNET LIED.
Doch Sporti hat noch viel mehr Lieder aufm Kasten. Eines davon ist brandneu und kommt nicht minder kraftvoll, aber doch unendlich nachdenklicher daher. Letzten Freitag auf dem Exiler-Treffen erlebte es seine Premiere. Es erzählt davon, dass sich sein Sänger schweren Herzens auf einen Weg begeben muss, der ihn schlagartig um „tausend Lichtjahre“ von seiner Heimatstadt, seinem Verein entfernt. Der Grund für diesen Schritt ist hart wie simpel: Genau wie viele, viele andere Eiserne Exiler muss er seine Heimat verlassen, weil er auch weiterhin seine Brötchen verdienen muss und eben dazu in Berlin keine Chance mehr sieht.
Exil Unioner Ritter K, der den Text dieses Liedes schrieb, weiß genau, was er da aufs Papier brachte. Seit vielen, vielen Jahren steigt der Exiler immer wieder in sein Auto, um etliche Hundert Kilometer in Rekordzeit zu schrubben. All das oftmals nach harter Schicht im Betrieb, getrieben von seiner alles beherrschenden Sehnsucht, endlich mal wieder für ein paar Stunden Zuhause zu sein.
Dass Sporti sein neues Lied ausgerechnet zum Exiler-Treffen im Nordrhein-Westfälischen Altenbeken zum ersten Mal live anstimmte, hat jedoch noch einen weiteren Grund. Exil Unioner Ritter K hatte es seinem Freund auf dessen eigenem Weg ins Exil mitgegeben, ihm damit ein Stück Heimat mit in den Koffer gepackt.
So traurig diese Story vom Vertrieben-Werden auch ist, die heute, morgen oder übermorgen fast jedem von uns widerfahren kann, bringt sie doch eines ganz klar zur Sprache: Selbst zig Tausende Lichtjahre Entfernung ändern nichts, aber auch gar nichts an der Liebe des Unioners zu seinem Verein, zu seiner Heimat, denn: „ES IS EJAL, WO ICK IMMER BIN / MEIN HERZ SCHLÄGT WEITER NUR FÜR DICH / ICK WEISS, WIR WER’N UNS WIEDERSEHN / DENN UNION, ICK BIN EIN TEIL VON DIR!
So mancher von uns kann heute, morgen oder übermorgen die Miete für seine mittlerweile in einem Touri-Gebiet liegende Wohnung nicht mehr stemmen. Dem nächsten lässt das jeden Monat zu früh versiegende Geld keinen Cent für den Eintritt ins Wohnzimmer übrig. Niemals vergesse ich in diesem Zusammenhang die geile Aktion etlicher Unioner für meinen Späti-Freund, einen Stadionbauer & Stadionbesitzer mit seit Ewigkeiten Eisernem Blut. DAUERKARTE FÜR HANNES sorgte dafür, dass uns mein Freund, genau wie einige andere Eiserne, fortan wieder im Wohnzimmer unterstützen konnte. Am Ende der letzten Spielzeit war erst mal wieder Sense für Hannes – aber nächste Saison ist er wieder dabei! „Dit Jeld habick jebunkert, die Dauerkarte 2016/17 iss meene!“, ließ er mich dieser Tage wissen.
Hannes Sangeskraft auf der Waldseite, dazu mit Dynamo Dresden sowie Erzgebirge Aue zwei alte Bekannte zurück in Liga 2 und kein weiteres Wiedersehen mit Matteschitz‘ Brause-Ochsen – das lässt mich doch auf einiges hoffen!
Und am Freitag feier(te)n wir erst mal Sportis 50. Ehrentag – in seiner, unserer Heimatstadt Berlin! Ein weiterer, nicht unerheblicher Trost ist mir das Wissen: Wann immer es der Schichtplan seines Lebens erlaubt, wird der Eiserne Barde, genau wie seine wunderbare Frau, zur Stelle sein, um zusammen mit uns allen EISERNET LIED anzustimmen. Mit dessen ersten Ton werden wir uns auch weiterhin Heimspiel für Heimspiel aus dem Hamsterrad des „normalen Lebens“ in den Hexenkessel unserer Eisernen Familie schießen. Eisernet Herz, nimm mit, was immer Du kriegen kannst!

One Response to “Meine Gedanken zum Ende der Saison:”

  1. AngelaRem

    You always do the right thing. God Bless you.
    Thank you

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