„Nussis Gedanken zur kommenden Saison“

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Was ich von der neuen Saison erwarte?

Von Frank Nussbücker

Nachdem uns bereits am letzten Spieltag der Vorsaison der gegnerische Trainer als den Aufstiegskandidaten schlechthin handelte, mittlerweile zahlreiche virtuelle „Abschlusstabellen“ auffallend ähnliche Schlüsse ziehen, unser Ex-Stürmer Sebastian Polter zum Berliner Profifußballer des Jahres und die gesamte Mannschaft von der 11 Freunde-Redaktion zu den Typen des Jahres gekürt wurden, unsere Fußballgötter zur neuen Saison in absolut obertrendigen, mit zig modischen Besonderheiten ausgestatteten Trikots auflaufen und obendrein zwei Vorbereitungsspiele verloren, kann es ja nur heißen: direkter Aufstieg, DFB-Pokal & Europacup! Allerdings gewannen wir zuletzt ja wieder zwei Mal zu Null gegen internationale Erstligisten, weshalb ich mir dann doch nicht mehr ganz so sicher bin …

Aber janz im Ernst: Sportlich erwarte ich eine Umbruchs-Saison nach der Umbruchs-Saison, zudem eine, die dieses Mal vom „Urschleim“ an die Handschrift unseres aktuellen Übungsleiters trägt. Das Spiel gegen Crystal Palace bestritten 5 Neuzugänge in der Startformation, am Ende standen immerhin noch 4 Neue aufm Platz. Bemerkenswert fand ich, dass keiner von ihnen, sondern der „gebürtig“ Eiserne Stevie die Tore für uns reinhaute.

Das meine ich keineswegs polemisch. Viel mehr hoffe ich, dass sich „Jung“ und „Alt“ alsbald zu einem Eisernen Team zusammenfinden, das gemeinsam kämpft und somit auch und gerade in der alles entscheidenden Liga siegt, wie wir das ab nächstem Sonntag von den Rängen lautstark einfordern werden.

stevie vs. cp

Foto: www.unveu.de

Was ich mir mindestens ebenso heftig wünsche wie erwarte: Dass auch wir auf den Rängen unseren Tugenden treu bleiben. Dass wir selbst an schlechtesten Tagen Schulter an Schulter alles geben für unseren 1. FC Wundervoll und damit unseren Beitrag dazu leisten, dass Union wirklich Union bleibt. Die Zeiten werden nicht leichter, will sagen: Ganz sicher werden in den kommenden Jahren weitere schwerstens „Geld-belastete“ Retortenvereine die professionelle Fußballbühne betreten, während mein Späti-Kumpel Hannes, genau wie viele andere von uns, arge Probleme haben werden, sich den Besuch unseres Wohnzimmers zu leisten.

Und viel mehr als über den am teuersten eingekauften Neuzugang freue ich mich, dass uns im Juni Hermann Piedt, ein elfjähriger Kicker aus dem Stadion An der Alten Försterei 2 in Lategansvlei beehrte und derzeit unsere C-Jugend diese von Dario initiierte und von uns allen quasi mit-erbaute Eiserne Spielstätte besucht. Kein Milliardärs-Spielzeug zum Zwecke weiterer Gewinnmaximierung, sondern ein Stadion für fußballverrückte Kinder mitten in der Steinwüste, das ist und bleibt Union!

Schaffen wir das auch in Berlin? Diese Frage bewegt mich – einen Unioner, der vom Fußball selbst weit weniger Ahnung hat als die meisten von Euch – mehr als alles andere. Klar will ich auch in der nächsten Saison die stärksten Profis unseres (inklusive Benny dankenswerterweise wieder 27 Mann starken) Kaders Spieltag für Spieltag den Platz zum Glühen bringen sehen. Und wenn dann die Unioner aufm Rasen, unsere Gesänge im Rücken, jedes Spiel gewinnen, sind Aufstieg, Pokalsieg, Europacup wie irrsinnige Mengen Freibier ja gebongt!

Das erwarte ich natürlich nicht – wohl aber, dass wir alle niemals vergessen, woher wir kommen, dass es absolut geil ist, nunmehr die 7. Saison am Stück Profifußball in Köpenick zu feiern – und dass in Not geratenen Familienmitgliedern vor allem eines gebührt: unser aller Eiserne Hilfe, ein jeder so, wie er kann. Vielleicht ist ja die eine oder der andere von uns bereits morgen gefordert, die Inschrift ihres oder seines Schweißbands in die Tat umzusetzen und janz in echt Knochenmarkt zu spenden?

Vor allem aber bekenne ich: Ja verdammt, ich freue mich irrsinnig drauf, endlich wieder inmitten all der anderen „Bekloppten“ zu stehen, zu grölen, unseren Verein und das Leben zu feiern! Sorry für die kindliche Naivität dieser Zeilen, aber ich wurde gefragt, was ich von der kommenden Saison erwarte. Und das liegt nun mal janz nahe an dem, was ich mir wünsche:

u.n.v.e.u.!

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